Schöne Beine
Erstaunlich: Krampfadern gehören auch bei körperlich Aktiven zu den häufigsten Krankheitsbildern. Es ist nämlich nicht leicht, für die Venen und Arterien der Beine intuitiv alles richtig zu machen. Treppensteigen? Sehr gut. Tennis? Sehr schlecht!
Der Name verrät, dass sie kein Produkt des modernen Lebens sind. Abgeleitet wird der Begriff Krampfadern aus dem althochdeutschen Wort krimphan für krümmen. Das beschreibt den geschlängelten Lauf einer kranken Vene. Die überwiegend sitzende Lebensweise einer Fernsehgesellschaft sowie die stehenden Tätigkeiten einiger Dienstleistungsbereiche lassen Gefäßleiden in unserer Zeit zur Volkskrankheit werden.
Das Problem betrifft jene Adern, die wegen ihrer dünnen Gefäßwände mit genial einfachen Klappen ausgestattet sind.
Blut wird vom Herzen mit hohem Druck zu den anderen Organen gepumpt – bis in die Extremitäten Arme und Beine. Das erfolgt durch muskulöse, dicke, kräftige Arterien. Das sauerstoffreiche Blut wird durch feinste Kapillaren dem Gewebe zugeführt. Am Ende sammeln Venen das verbrauchte Blut ein. Durch sie fließt es mit Unterstützung durch Muskelpumpen zum Herzen druckarm zurück. Deshalb haben diese Großgefäße nur ziemlich dünne Wände.
Da der Schub innerhalb der Venen nicht ausreicht, das Blut flott zurückzubefördern, besitzen diese Gefäße spezielle Ventile. Wie eine Art Mini-Segel aus elastischer Haut liegen sie eng an den Wänden, sobald Blut zum Herzen strömt. Lässt der Druck nach und die Blutsäule sackt unter der Schwerkraft ab, legen sich Klappen aneinander und verschließen das Gefäß.
Nicht jeder Sport hilft den Beinen
Tennis zum Beispiel schadet schwachen Venen. Die kurzen, extrem schnellen Bewegungen treiben den Herz-Kreislauf an. Das erhöht den Blutfluß. Doch in den Stehpausen unterbleibt die Pumpwikrung der Wadenmuskeln – es kommt nicht zum Rückstrom Richtung Herz. Das überlastet die Venen. Denn sie haben besonders dünne Gefäßwände. Günstiger ist Ausdauersport: Radfahren, Joggen, Schwimmen, Walken, Tanzen.
Krampfadern entstehen durch eine Erweiterung der Venen. Venenklappen schließen nicht mehr! Im weiblichen Körper geschieht das doppelt so häufig. Was genau zur Erkrankung führt, ist nicht vollständig erforscht. Im Laufe der Zeit lagern sich Fette, Kalzium und Mineralien in den Gefäßwänden ab. In diesem Fall hilft die reinigende Chelattherapie mit dem Wirkstoff EDTA.
Die Neubildung von Krampfadern kann durch das Antioxidans OPC und ebenso durch Grüntee-Extrakt verlangsamt werden.
Beides deutet auf freie Radikale als Verursacher hin. Ist es Bindegewebsschwäche? Weitere pflanzliche Wirkstoffe helfen, weil sie die Durchblutung verbessern und die Gefäßwände verstärken.
Auch das Verhalten ist ein Faktor. Ohne Bewegung werden die Muskelpumpen nicht aktiviert. Ständiges stundenlanges Stehen und Sitzen lässt den Blutfluss stocken. Enge Beinkleidung, sogar ein strenger Sockenbund, erschwert das Hochpumpen. Gewisse hormonelle Faktoren beeinträchtigen ebenfalls den Abfluss im Venensystem, nicht nur während der Schwangerschaft. Übergewicht zählt ebenfalls als Risikofaktor. Komplizierter sind seltenere Entstehungsarten, wenn etwa ein Blutgerinnsel in einer tiefer liegenden Vene oder ein Tumor im Bauchbereich den Abflusskreislauf behindert.
Meist entsteht das Problem an der obersten Klappe in der Leistenbeuge. Oder schon in der Beinmitte in Höhe der Kniekehle. Durch die anschließende Stauung werden weitere Klappen überlastet. Betroffene spüren ein Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe und Schwellungen. Wenn die Beschwerden im Sommer, nicht aber beim Gehen zunehmen oder kurz vor der Monatsregel, ist die Diagnose Krampfadern fast immer korrekt.
Venengymnastik mit und ohne Wasser
Bauart-bedingt erweitern sich die Venen in Richtung Hautoberfläche. Schließlich werden sie als bläulich sichtbare Krampfadern auch zum kosmetischen Problem. Wenn vor allem Adern mit einem Durchmesser von weniger als einem Millimeter gedehnt werden, entsteht das netzförmige Geflecht der so genannten Besenreiser – überwiegend in den Kniekehlen und an den äußeren Flächen der Unter- und Oberschenkel.
Wichtig ist, schon erste Veränderungen zu erkennen. Denn etwa jedes sechste Krampfadernleiden muss ärztlich behandelt werden – vor allem, wenn die Problematik der Venen auch das tiefer liegende Versorgungssystem erfasst, bei Blutungen, bei der Gefahr einer Verstopfung durch Blutgerinnsel oder bei einer Venenentzündung in Oberflächennähe.
Mit Verödung wird häufig nur Zeit gewonnen. Die Stripping-Operation befreit von erkrankten Venen. Bei der Krossektomie wird unter lokaler Betäubung die Ader nur durchtrennt.
Das Krampfaderleiden ist chronisch. Es schreitet fort, wenn den Gefäßen nicht geholfen wird, vor allem ab der Lebensmitte. Erste Hautschädigungen treten im Unterschenkelbereich auf. Durch stauende Gewebeflüssigkeit entstehen Schwellungen und Verfärbungen. Entzündungen und Juckreiz sind Anzeichen für eine schlechter werdende Nährversorgung der Zellen.
Besser ist Vorbeugen: kalte Wassergüsse, häufiges Hochlagern der Beine und die langfristige Versorgung mit Funktions-Nährstoffen.
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