Potenz-/Libidostörung
Jeder dritte Mann und über 40 Prozent der Frauen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren haben sexuelle Probleme – besagt eine amerikanische Studie. Viele Störungen sind eher geschlechtsspezifisch, wie fehlende Erektion bei Männern oder Orgasmusprobleme bei Frauen. Eine Einschränkung betrifft jedoch beide Geschlechter: Mangelndes sexuelles Verlangen, der sogenannte Libidoverlust. Welche Ursachen stecken hinter der Lustlosigkeit und wie kann die Anti-Aging Medizin helfen?
Berühren, Riechen, Sehen, Hören: Lust auf Sex entsteht auf verschiedenen Ebenen. Das Gehirn nimmt die unterschiedlichen Reize auf und schüttet daraufhin verschiedene Botenstoffe aus, die die Aktivität der Sexualhormone Östrogen und Testosteron steuern.
Die freigesetzten Hormone setzen dann körperliche Veränderungen in Gang. Männer und Frauen zeigen bei Erregung die gleichen hormonellen Reaktionen. Die Abstimmung zwischen Gehirn und Körper, Botenstoffen und Hormonen ist dabei aber sehr anfällig für Störungen. Immer häufiger kommt es bei beiden Geschlechtern zu einem Libidoverlust.
Die Ursachen für mangelndes sexuelles Verlangen sind vielfältig. Hormonstörungen, Bluthochdruck, erhöhte Fett- und Cholesterinwerte, Diabetes oder Morbus Parkinson sind mögliche körperliche Gründe.
Auch eine Reihe von Medikamenten (Psychopharmaka, blutdrucksenkende Mittel), im Übermaß konsumierte Genussmittel (Alkohol, Koffein) oder fett- und kalorienreiche Ernährung beeinflussen die Libido negativ. Beim Mann sind jedoch statistisch gesehen psychische Gründe häufiger: Depressive Verstimmungen, Stress (Burn-out-Syndrom) oder Midlife-Crisis. Bei Frauen werden in erster Linie hormonelle Veränderungen als Ursache angesehen. So kommt es bei der Hälfte aller Frauen in den Wechseljahren durch Hormonmängel zu einem mehr oder weniger natürlichen Verlust der Libido.
Da die Wechseljahre auch psychische Veränderungen wie Lethargie oder Stimmungslabilität bewirken, wird eine Libidostörung hierdurch verstärkt. Doch auch normale Alltagssorgen, Konflikte in der Partnerschaft oder erotische Eintönigkeit können die sexuelle Lust bei Frau und Mann im Keim ersticken.
Potenzstörungen
Potenzstörungen sind klar von einem Libidoverlust beim Mann abzugrenzen. Hierbei ist sexuelles Verlangen sehr wohl vorhanden, es besteht jedoch die vollständige oder teilweise Unfähigkeit zur Erektion (Gliedsteife). Mindestens 5 bis 8 Millionen Männer sind in Deutschland von der sogenannten erektilen Dysfunktion betroffen.
Die Ursachen können genau wie beim Libidoverlust psychisch und physisch sein: Stress, Partnerschaftsprobleme, Versagensängste oder vermehrter Leistungsdruck, aber auch Gefäßkrankheiten, Diabetes, Hormonstörungen, Nikotin- und Alkoholmissbrauch.
Bei jüngeren Männern überwiegen die psychischen Gründe. Im fortgeschrittenen Alter steigt der Anteil der körperlichen Ursachen stark an, da die Erektionsfähigkeit eine biologisch abnehmende Funktion ist. Sehr oft treten Potenzstörungen aber als Folge bislang unentdeckter Krankheiten auf. Daher sollte eine erektile Dysfunktion unbedingt als mögliches Warnsignal ernst genommen werden und ein Arzt konsultiert werden.


