Schlafstörungen
Schlafstörungen sind Europas neue Volkskrankheit: Statt einzuschlafen wälzen sich Betroffene ruhelos herum, wachen mitten in der Nacht häufig wieder auf. Rund 35 Prozent aller Erwachsenen und bis zu 70 Prozent der über 60-Jährigen leiden unter Schlafstörungen – und ihren Auswirkungen.
Denn die Folgen ruheloser Nächte reichen tagsüber von Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und Gedächtnisstörungen bis hin zu Bluthochdruck oder Depressionen.
Die Leistungsfähigkeit für Beruf und Alltag bleibt bei solchen Symptomen auf der Strecke. Häufig entstehen Schlafstörungen durch Stress oder sind altersbedingt – mit einer gemeinsamen Ursache: Einem Mangel des körpereigenen Schlafhormons Melatonin.
Hintergrund Für einen gesunden Schlaf ist eine ungestörte Abfolge unterschiedlicher Stadien mit Leicht-, Tief- und Traumschlaf notwendig. Dieser Schlafrhythmus ist jedoch viel zu oft gestört. Insgesamt gibt es 88 klassifizierte Schlafstörungen. Man kann jedoch von drei großen Krankheitsbildern sprechen, die den gesunden Schlaf gefährden: Ein- und Durchschlafstörungen, ruhelose Beine („Restless-legs“) und die Schlafapnoe, bei der die nächtliche Atmung auf lebensgefährliche Weise aussetzt.
Schlafapnoe und Restless-legs
Das Schlafapnoe-Syndrom ist die häufigste organisch begründete Schlafstörung, an der rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden.
Sie entsteht durch eine Erschlaffung der Rachenmuskulatur. Hierdurch wird die nächtliche Atmung behindert und es kommt zum typischen Schnarchgeräusch.
Wenn eine zunehmende Erschlaffung der Rachenmuskulatur zu einer totalen Verlegung der oberen Luftwege führt, führt dies phasenweise zum Atemstillstand (Apnoe). Auch beim Restless-legs-Syndrom handelt es sich um eine körperlich begründete Schlafstörung, an der rund fünf Prozent der Erwachsenen in unterschiedlich starker Ausprägung leiden. Bei Betroffenen kommt es im Ruhezustand zu kribbelnden, reißenden Missempfindungen in den Beinen. Es besteht ein erheblicher Bewegungsdrang, da hierdurch die quälenden Symptome vorübergehend unterdrückt werden können. Die Ursache der Erkrankung ist noch nicht eindeutig geklärt.
Organische Ursachen und Störungen der nächtlichen Atmung werden von Spezialisten im Schlaflabor durch schlafmedizinische Untersuchungen detailliert untersucht.
Ein- und Durchschlafstörungen
Die häufigsten Schlafstörungen sind Ein- und Durchschlafstörungen, unter denen meist entweder gestresste oder ältere Menschen leiden. Denn durch Stresssituationen und mit zunehmendem Alter sinkt die nächtliche Ausschüttung von körpereigenem Melatonin.
Das Schlafhormon wird von der Zirbeldrüse im Gehirn produziert. Sobald über die Netzhaut der Augen Dunkelheit signalisiert wird, beginnt die Ausschüttung des Hormons ins Blut.
Das Hormon durchwandert in hoher Konzentration den Körper und ermöglicht den Zellen, weniger zu arbeiten. Die körperliche Aktivität lässt nach, das Stresshormon Cortisol wird gebremst und die Körpertemperatur sinkt: Der Mensch schläft ein. Rund sechs Stunden lang schüttet das Gehirn hohe Mengen Melatonin aus, bei Tagesbeginn sinkt die Produktion dann wieder. Wenn der Melatonin-Spiegel nachts unter einen kritischen Wert fällt – wie beispielsweise durch zu viele Stresshormone – wird der Schlaf unruhig und es kommt zu Wachphasen: den Durchschlafstörungen. Bei Einschlafstörungen ist hingegen zu beobachten, dass die nächtliche Melatonin-Ausschüttung erst später als gewöhnlich einsetzt.
Produziert der Körper nachts nur kurze Zeit Melatonin, wachen Betroffene sehr früh morgens auf, an Schlaf ist dann nicht mehr zu denken.


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