Anti-Aging News 02/2009

Anti-Aging News 02/2009

+++ TITELTHEMEN +++

Noch vergesslich oder schon dement?

Lesen wir über die Demenz der früheren britischen Regierungschefin Margaret Thatcher, scheint dieses Leiden weit entfernt. In Wahrheit rollt nach übereinstimmenden Aussagen eine Lawine mental Erkrankter auf uns zu. Allein...  weiterlesen weiterlesen
 

Weniger LDL, mehr HDL

„Böses” Cholesterin, „gutes“ Cholesterin: Was der Westen von Asien lernt, um den größten Risikofaktor für Gefäßleiden in den Griff zu kriegen Können harmlos scheinende Auffälligkeiten eine ernste Botschaft enthalten? Wenn es...  weiterlesen weiterlesen
 

Sanfte Geschütze gegen Schwermetalle

Denn die Schadstoff-Belastung maskiert sich mit ganz normalen Wehwehchen. Keiner muss unbedingt Pessimist sein, um sich einzugestehen, dass sein Körper durch Säuren und Schlacken gefordert wird. Sie entstehen auf ganz...  weiterlesen weiterlesen
 

Die Chrono-Doppel-Diät

Prima! Es gibt eine Happy Hour des Essens, und sie dauert sogar bis zu fünf Stunden. Für Übergewichtige bedeutet das: Zwischen elf Uhr Vormittag und vier Uhr Nachmittag sind Ernährungssünden...  weiterlesen weiterlesen
 

Multi-Talent Resveratrol

Antioxidanzien zeichnen sich durch drei fundamentale Bio-Eigenschaften aus: Sie bekämpfen Entzündungsprozesse. Sie stärken die Kraft des Immunsystems. Sie reduzieren oxidativen Stress. Nur ein einziger Phytostoff kann noch sehr viel mehr:...  weiterlesen weiterlesen
 

Gender Medicine

Neues Wissen unter geschlechts spezifischen Gesichtspunkten

Männer gehen seltener zum Arzt. Frauen leben länger. Gesundheitsexperten entdecken neue Unterschiede. Auch Nahrungsergänzungen gibt es immer öfter maßgeschneidert

Je mehr Schmerzen ich ertragen kann, je weniger Schlaf ich brauche, je weniger ich mich um die richtige Ernährung kümmere, desto männlicher bin ich.“ Mit diesem Männerbild schockte der Psychologieprofessor und Bestsellerautor Dr. Herb Goldberg 1975 die wissenschaftliche Welt – und er liegt immer noch richtig: Männlichkeit ist vielen wichtiger als Gesundheit. Ihr Übergewicht assoziieren sie mit Muskelmasse und Stärke.

Aus Angst vor Schmerzen, schlechten Nachrichten und Infektion meiden sie die Arztpraxis.

So betrachtet, ist der Volksmusiker Heino, Jahrgang 1938, mutig und fortschrittlich, wie sein Auftritt als Zeuge im Prozess einer Versicherung offenbarte. Der Sänger hatte 2007 wegen Herzproblemen eine Tournee abgesagt. Jetzt ging es um die Kosten des Veranstalters. Die Patientenakte von Heinz-Georg Kramm, wie Heino bürgerlich heißt, belegte, dass er im Laufe von zwei Jahren 120 Mal in Arztpraxen erschienen war. Allerdings will er von den Befunden kaum Kenntnis gehabt haben: Stoffwechselerkrankung, Erschöpfungssyndrom, Drehschwindel, Rückenschmerzen, Rheuma und Bluthochdruck.

Im Vergleich zu Frauen gehen Männer seltener zum Arzt, obwohl sie häufiger an chronischen Krankheiten leiden, und auch deshalb sterben sie früher.

Ihr schlechter Gesundheitszustand mit hoher Todesrate belastet die Familie und das Gesundheitssystem. Gesundheitsfragen unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten haben Hochkonjunktur. Kongresse zu dem Fachbegriff Gender Medicine präsentieren erstaunliche Erkenntnisse („Der Herzinfarkt ist weiblich“, Universität Klagenfurt, 2008).

Die Internistin, Sportmedizinerin und Autorin Dr. Angelika Hartmann nennt den 40. Geburtstag als Startpunkt, gezielte Maßnahmen für die Gesundheit des Mannes nachzuholen.

Der Gynäkologe und Bestsellerautor Professor Dr. Dr. Johannes Huber beklagt, dass Jahrzehnte hindurch Befunde an männlichen Studienobjekten einfach auf den weiblichen Organismus übertragen wurden. Heute wissen wir es besser.

Zwei von vielen Medizinern an der Front der Gender Medicine.

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Die Gesundheit der Frau – neu verstanden

Anti-Aging-Wirkstoffe und die Chronobiologie sind effektive Partner in der modernen Frauenmedizin

Rückblickend muss die jahrtausendelange Benachteiligung der Frau für immer unverständlich bleiben. Aber es ist eine Tatsache: Der unter vielen Aspekten unterlegene männliche Organismus schwang sich in der Frühgeschichte zum Beherrscher des weit genialeren weiblichen Geschlechts auf. Vor allem für die evolutionäre Aufgabe der Fortpflanzung wurde der weibliche Organismus mit zahlreichen Privilegien ausgestattet. Er kann Energien besonders effektiv speichern und damit für lange Belastungen verfügbar halten. Und sogar Nahrung, die Muttermilch, kann die Frau im eigenen Körper entwickeln. Während die Frau das Überleben der Art garantiert, bezahlt sie dafür einen sehr hohen Preis:

Viele Frauen kämpfen mit Gewichtsproblemen und deren Gesundheitsfolgen. Und sie erkranken sehr viel häufiger an der Brust als Männer.

Besonderes Augenmerk verdient das Herz im weiblichen Körper. Bis vor etwa vierzig Jahren war es der Inbegriff des „schwächeren Geschlechts“, sogar innerhalb der medizinischen Forschung. Erstmals in der Geschichte des Marathons war 1967 in Boston, USA, eine Frau am Start. Die Läuferin mit der Nummer 261 hatte sich als K. V. Switzer angemeldet. Was sie tat, war nämlich verboten. Man hielt das weibliche Herz für zu schwach. Damals und auch noch Jahrzehnte danach wurden für die bedeutendsten wissenschaftlichen Untersuchungen ausschließlich oder überwiegend männliche Testpersonen gewählt. Die Ergebnisse wurden ohne langes Nachdenken auf den weiblichen Organismus übertragen – eine schwere Verfehlung der Wissenschaft. Erst nach und nach wurden eigenständige gesundheitliche Konsequenzen aus speziellen Studien an Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft abgeleitet, bis in die jüngste Vergangenheit. Die neuesten Forschungsergebnisse veröffentlichte Professor Dr. Dr. Johannes Huber (Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Wien) in dem fundierten Werk „Die Gesundheit der Frau. Warum Frauen länger leben“ (Ueberreuter, 2008). Darin heißt es:

„Weibliche Herzen haben große und raffinierte Energiereserven, sind belastungsfähiger als männliche, erkranken und verkalken – wie auch die Blutgefäße – seltener. Herzinfarkte in der ersten Lebenshälfte sind bei Frauen – verglichen mit Männern – eine Rarität. Ereignen sie sich dennoch, werden sie auf Grund der Seltenheit aber leider nicht ernst genommen.“

An Fakten fehlt es nicht: Hormone senken den Fettanteil des Blutes, normalisieren den Blutdruck und erweitern die Gefäße. Es sind die gleichen Fruchtbarkeits-Botenstoffe, die für eine bessere Durchblutung der Gebärmutter sorgen. Dazu gibt es im männlichen Körper keine Parallele. Denn es ist ein Östrogen des Eierstockes. Es aktiviert ein überaus winziges, nur aus zwei Atomen bestehendes Molekül namens Stickoxid. Seine chemische Formel lautet NO. Während dieses Gas in der Natur noch vor einem Jahrzehnt hauptsächlich als Abbauprodukt von Verbrennungsmotoren für sauren Regen mitverantwortlich gemacht wurde, hat es inzwischen hohes Ansehen als lebenswichtiger Signal-Überträger im Körper der Frau erlangt. Es wird nicht – wie etwa Hormone – im Blut transportiert. Gasförmig verteilt es sich direkt im Gewebe. Wegen seiner Winzigkeit erreicht es blitzschnell jede Zelle im Körper. Angeregt vom Östrogen, wird mit Stickoxid die Muskulatur entspannt. Das ist unerlässlich, während der Organismus einer schwangeren Frau ein voll ausgebildetes, überaus muskulöses Organ – die Gebärmutter – massiv anwachsen und wieder schrumpfen lässt: Von der Größe einer Birne auf eine Länger von mehr als einen halben Meter und wieder zurück! Etwas Vergleichbares geschieht mit keinem weiteren, fertigen Organ des Menschen.

Ungebremstes Wachstum birgt hohe Gefahren. Stickoxid ist einer der Regulatoren in diesem Prozess. Bis ans Ende der Fortpflanzungsperiode wirkt dieser Entspannungseffekt auch ohne Schwangerschaft.

Von der Regulierung profitieren angespannte Muskelsystem überall im Körper. Dazu zählen vor allem die Gefäße, die Herzstrukturen, die Leber, die Nieren und die Milz. Gleichzeitig regt Stickoxid die weiblichen Abwehrzellen an, Krankheitskeime wie Bakterien und Viren zu attackieren.

Dieses lebenswichtige Stickoxid entsteht aus der Aminosäure Arginin. Für einen ähnlichen, aber vergleichbar schwächeren Effekt benötigt der männliche Organismus nennenswerte sportliche Aktivitäten. Erst wenn sein Herz schneller schlägt, setzt eine gewisse Stickoxid-Freisetzung ein.

In den letzten Jahren wurden intensive Diskussionen über den erwünschten Einfluß von Östrogenen auf das Herz-Kreislauf-System geführt. Denn während der Wechseljahre ereignet sich eine problematische Veränderung.

Mit dem Rückgang der Sexualhormone fehlen dem weiblichen Organismus offensichtlich solche geschlechtsspezifischen besonderen Schutzsubstanzen. Der Blutdruck, der Cholesterinspiegel und das Risiko von Herzerkrankungen können ansteigen.

Wird nun einem gefährdeten Körper nicht geholfen, etwa durch Zufuhr von pflanzlichen Substanzen mit hormonähnlichen Wirkungen und von Aminosäuren, sind Gefäßschäden und Verkalkungen innerhalb der zweiten Lebenshälfte vorprogrammiert.

Dank ihrer biologischen Überlegenheit übertrifft die Frau die Lebensdauer des Mannes um mehr als fünf Jahre. Dabei ist sie im Alter in der Regel auch noch gesünder, aktiver und geistig frischer. Der Abfall der Sexualhormone am Ende der Fortpflanzungsperiode beraubt den weiblichen Körper jedoch seiner geschlechtsspezifischen genialen und umfassenden Schutzsysteme. Angesichts der präventiven Kraft einer ausgewogenen Ernährung fordert „Die Gesundheit der Frau“ individuelle Ernährungsstrategien.

Daraus lassen sich diese Ratschläge ableiten:

  • Omega-3-Fettsäuren können vom Körper nicht gebildet werden, sondern müssen zugeführt werden.
  • In asiatischen Bevölkerungen mit hohem Soja-Anteil in der Ernährung ist Brustkrebs seltener. Je höher der Spiegel an Isoflavonen, desto geringer das Risiko.
  • Rund 10.000 sekundäre Pflanzenstoffe kommen in der Nahrung und in der Natur vor. Bestimmte Substanzen können die Entstehung von Krebszellen eindämmen oder stoppen.
  • Auch Enzyme, Lignane, Flavonoide und Aminosäuren haben in den fordernden Jahren nach der Menopause präventive Wirkungen.

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