Anti-Aging News 02/2009

Anti-Aging News 02/2009

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Wachstumshormon: Beipack statt Bombe

Der wirksamste Botenstoff in revolutionär natürlicher Verabreichung: Spray statt Spritze

Dank einer Sternstunde der Forschung können die Moleküle der wichtigsten Anti-Alterungs-Substanz dem Organismus harmonisch zugeführt werden

Bei jeder Entwicklung einer Wirkungssubstanz steht eine ganz bestimmte Herausforderung wenigstens ebenso im Mittelpunkt wie die optimale Rezeptur: der Transport dorthin im Körper, wo der gewünschte Effekt erreicht werden soll.

Die Moleküle des Wachstumshormons sind gut doppelt so groß wie die des Insulins. Sie bei dieser Dimension oral, durch die Zellmembran der Mundschleimhaut zuzuführen, schien lange Zeit nicht möglich. Im entscheidenden Augenblick erwiesen sie sich stets als zu zerbrechlich. Da es sich um den kraftvollsten Botenstoff im menschlichen Organismus handelt, dessen Produktion allmählich auf ein Zehntel abfällt, nahm man die Risiken in Kauf, diesen Jungbrunnen der Reparatur und Erneuerung zu injizieren.

Diese Verabreichungsform muss die Leber überwinden. Für einen danach immer noch nennenswerten Effekt auf Muskeln, Knochen und innere Organe wurden deshalb Ende der 1980er Jahre enorme Volumina eingesetzt, in der Regel internationale Einheiten entsprechend 350.000 Nanogramm. Im Körper eines Zwanzigjährigen produziert die Hirnanhangdrüse etwa 50.000 Nanogramm im Laufe von 24 Stunden.

Ab der Lebensmitte vermindert sich das Volumen bis auf 5.000 Nanogramm.

Daraus wird ersichtlich, mit welch großen Mengen sich ein Körper, dem geholfen werden sollte, unter diesen Umständen auseinander zu setzen hatte! Die gespritzte Substanz erreicht per Blutbahn die Leber. Auf diese Weise wird fälschlich eine mehr als ausreichende körpereigene Produktion dieses Hormons vorgetäuscht. Eine derartige Überdosis kann mittels der internen Rückkoppelung eine Drüse völlig erlahmen lassen. Gleichzeitig wird unter Umständen ein Antagonist, ein Gegenspieler, aktiviert. Bei dem Wachstumshormon (wissenschaftlicher Name: Somatropin) wäre es das Somatostatin, das eher altersbeschleunigende Eigenschaften besitzt.

So bestand bei Injektionen die Gefahr, das Gegenteil dessen zu bewirken, was erreicht werden sollte.

In einer revolutionären Sternstunde der Wissenschaft wurde vor gut einem Jahrzehnt durch besonderen Spürsinn eine geniale Lösung dieser Aufgabe entdeckt. Vereinfacht beschrieben, funktioniert sie so: Zugeführt wird nicht das komplette Wachstumshormon, sondern biochemische Freisetzungsfaktoren. Die Mikro-Bestandteile werden gegen eine drohende Oxidation in eine hauchdünne Hülle gepackt, stark positiv aufgeladen und unter die Zunge gesprayt. Dort werden die Gebilde von der negativ aufgeladenen Mundschleimhaut angezogen. Die Polarität wirkt wie zwei entgegengesetzte magnetische Felder. Dabei werden die miteinander vernetzten Teilchen so sehr in die Länge gezogen, dass sie wie Pfeilspitzen in die Schleimhautzelle eindringen können.

Die Leber, in der die meisten der zerbrechlichen Bestandteile zerstört würden, wird umgangen. Auf kürzestem Wege erreichen sie Rezeptoren der Hirnanhangdrüse, die sie besetzen und stimulieren.

Diese revolutionäre Technologie mit der zungenbrecherischen Bezeichnung Transmukosaler Polymerer Molekül-Transport (TPMD) ermöglicht, dass die von außen zugeführte Substanz in chemisch nahezu unveränderter Beschaffenheit das Zielorgan über den Blutstrom erreicht. Erst spät werden die Schutzhüllen rund um die Bestandteile aufgelöst. Wegen dieser Vorgangsweise einer kontrollierten Belieferung genügen relativ kleine Mengen in Größenordnungen von Nanogramm, um erst am Ziel den gleichen, vorher durch massive Injektionen angestrebten Effekt zu erzielen.

Der augenscheinlichste Vorteil scheint zu sein, dass die Drüse genügend an Botenstoff abgibt, wie es dem individuellen und augenblicklichen Bedarf des Körpers entspricht. Eine bereits ermüdete Drüse wird angeregt, wieder verstärkt ihre Aufgaben wahrzunehmen.

Es unterbleibt eine Aktivierung des Gegenspielers, der den Anti-Alterungs-Effekt wieder aufheben könnte. Das Manöver endet mit der Produktion und Freisetzung des eigenen Hormons. Es ist genau das ursprüngliche, zellulare Gedächtnis, das die Kommunikation zwischen Neurotransmittern und Neurorezeptoren steuert. Das gleiche Gedächtnis lässt die Hormonkette aktiv werden, die für die Wiederholung der körperlichen Funktionen benötigt wird. Die Wissenschaft ist zuversichtlich, das Erfolgsbeispiel des Wachstumshormons mit anderen, vitalen Substanzen wiederholen zu können.

Das Wachstumshormon, auch Human Growth Hormon (HGH) genannt, erfüllt Aufgaben in fast jeder einzelnen Zelle. Es stärkt das Abwehrsystem gegen schädliche Moleküle und unterstützt den Kampf gegen Infektionen und weitere Erkrankungen.

Ohne zusätzliche Bewegungsanstrengungen nimmt das Muskelwachstum wieder zu. Für ältere Menschen verringert sich dadurch die Sturzgefahr (Würden sie dennoch zu Fall kommen, verbesserte das Wachstumshormon die Knochenheilung). Die Verlangsamung bestimmter Alterungsprozesse wird äußerlich durch straffere Haut und vitaleres Haar deutlich sichtbar.

Die Wirkstoffe, aus denen das Wachstumshormon gebildet wird, ähneln Substanzen der Aminosäuren. Eine ganze Hand voll von ihnen stimuliert die Hirnanhangdrüse. Ein erfolgreiches Nahrungsergänzungsmittel wird vor allem diese Bestandteile enthalten und sie mit Phytostoffen kombinieren, die hormonähnliche, gewünschte Effekte besitzen: Die wissenschaftliche Literatur nennt Alpha GPC als jene Substanz, die dem Somatostatin (GHIH) entgegenwirkt, jenem Antagonisten, der die Freisetzung von HGH stoppen kann. Hingegen fördert das enzymähnliche GABA die körpereigene Produktion des Wachstumshormons. Und die Ayurveda-Heilpflanze Mucus pruriens verstärkt die Leistung einzelner Botenstoffe des Gehirns. Sie alle helfen mit, den alternden Organismus auf natürliche Weise bedarfsgerecht mit HGH zu versorgen.

Wissen, Fakten, Tipps
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