Wachstumshormone
Was sind Wachstumshormone?
Das Wachstumshormon STH (Somatotropes Hormon) ist ein körpereigener Botenstoff, der in der Hirnanhangdrüse produziert wird – vor allem während der Kindheit.
Es sorgt dafür, dass wir am 18. Geburtstag drei bis viermal größer sind als bei der Geburt, und dass für die Wachstumsphase ausreichend Energie vom Körper zur Verfügung gestellt wird. Die Produktion des Wachstumshormons sinkt zwischen dem 25. und 65. Lebensjahr auf etwa ein Drittel bis ein Viertel des ursprünglichen Wertes ab.
STH fördert das Wachstum der inneren Organe und hat Einfluss auf den Stoffwechsel. Zusätzlich ist es an der Verknöcherung des Skeletts beteiligt und an der Bildung von Glucose in der Leber.
Wachstumshormon-Mangel
Besonders bei übergewichtigen Personen ist der STH-Spiegel deutlich niedriger als bei schlanken.
Auch die altersbedingte Abnahme der Muskelmasse und andere typische Alterserscheinungen sind möglicherweise eine Folge des Mangels. Es kommt zur Zunahme des Bauchumfangs durch Einlagerung von Fett, Abnahme der Muskulatur, Verminderung der Knochenmasse (Gefahr der Osteoporose), Schlafstörungen, Abnahme der Flüssigkeit im Gewebe, Fettstoffwechselstörungen, Verminderung der Herzleistung und zu einer schlechteren Versorgung des Körpers mit Sauerstoff.
Wie wirkt eine Wachstumshormon-Therapie?
Bei starken Mangelerscheinungen kann eine ärztliche Therapie mit Wachstumshormonen erfolgen.
Bereits nach etwa 4–6 Monaten kann dadurch eine Abnahme des Körperfettes, insbesondere im Bereich des Bauches, erreicht werden.
Gleichzeitig nimmt die Muskel- und Knochenmasse zu, so dass das Körpergewicht insgesamt unverändert bleibt, es gibt lediglich eine Verschiebung von Fettmasse zu Gunsten der Muskel- und Knochenmasse. Der Cholesterinwert geht um ca. 15% zurück. Der Gefäßwiderstand sinkt, so dass eine bessere Durchblutung aller Gewebe möglich ist. In gewissen Grenzen lässt sich der körpereigene STH-Spiegel auch durch eine Verringerung der Nahrungszufuhr oder durch Fasttage anheben.
Besonders günstig auf die Höhe des Wachstumshormon-Spiegels wirkt sich das „Dinner Cancelling“ aus. Wer das Abendessen streicht und nach ca. 17 Uhr nichts mehr isst, steigert dadurch die Ausschüttung körpereigener, verjüngender Wachstumshormone.
Ist der natürliche Wachstumshormon-Spiegel aber bereits zu niedrig, hilft nur eine medikamentöse Therapie. So wurde zum Beispiel im Rahmen einer Studie innerhalb von sechs Monaten an zwölf Männern im Alter von 60 bis 80 Jahren eine Verjüngung von bis zu 20 Jahren erzielt. Sie wurden am Medical College Wisconsin mit dem menschlichen Wachstumshormon, Human Growth Hormon (HGH), behandelt. Die Versuchspersonen bekamen eine straffe, feste Haut, Falten verschwanden. Die Muskelmasse nahm zu, das Körperfett schmolz, die Knochendichte nahm zu, Arteriosklerose verschwand. Alle fühlten sich voller Elan und Tatendrang. Auch ihr Sexualtrieb kehrte zurück.
Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen
Die STH-Substitutionstherapie wird im Allgemeinen gut vertragen, ernste Nebenwirkungen sind eher selten.
Die am häufigsten beobachteten unerwünschten Ereignisse stehen in Zusammenhang mit der Flüssigkeitsretention (Wasseransammlungen). Diese Effekte waren gewöhnlich vorübergehend und konnten durch sorgfältige Dosisanpassung minimiert werden. Es hat sich auch gezeigt, dass STH die Insulinempfindlichkeit herabsetzt. Es ist allerdings möglich, dass dies ein kurzfristiges Phänomen ist und eine langfristige Behandlung wegen ihrer positiven Auswirkungen auf die Körperzusammensetzung die Insulinempfindlichkeit insgesamt nicht beeinflusst. Weiter verstärkt die STH-Substitution auch die Wirkung einer Substitution mit Schilddrüsenhormonen, deren Dosierung unter Umständen neu angepasst werden muss. Zur Zeit gibt es keine Hinweise darauf, dass Wachstumshormon die Bildung von Tumoren fördert.
Dosierung
Wie alle Hormone sollte STH nur unter ärztlicher Aufsicht und nur bei einem bestehenden Mangel eingenommen werden. Es sollte mit einer niedrigen Anfangsdosis begonnen werden (0,15 – 0,30mg/Tag), die dann schrittweise erhöht wird, bis die gewünschten Effekte eingetreten sind und der Hormonwert wieder im Normbereich ist. Die Erhaltungsdosis sollte 1mg/Tag nicht überschreiten.


