Im Abwärtssog der Botenstoffe
Mit der Chronobiologie die Menopause und Andropause meistern
Nicht nur die Hormone der Sexualität verabschieden sich allmählich. Auch etwa 150 weitere Botenstoffe! Dabei entsteht großer Handlungsbedarf.
Ein Wort wie Midlife Crisis ist rasch gesagt, wenn eine Frau oder ein Mann dem Leben einen neuen Sinn zu geben versucht. Zerbricht die Partnerschaft, vermuten viele sexuelle Motive. Da rächt es sich, dass Endokrinologen – die Fachärzte des Hormongeschehens – in den Medien weit weniger präsent sind als etwa Schönheitschirurgen oder Promi-Ärzte generell:
Die Spezialisten für Östrogene, Testosteron, Melatonin & Co. könnten Einiges an wertvoller Aufklärung beitragen.
Alarmierend ist gerade diese Erkenntnis: Die hohe Scheidungsbereitschaft zur Lebensmitte ist nicht ein Produkt der schwindenden Sexualbotenstoffe. Häufig ist es ein Problem des Gehirnstoffwechsels durch den Abfall des Wachstumshormons HGH.
Es ist ein großes Dilemma: Die meisten wissen über Hormone nicht, was sie wissen sollten. Nur eine einzige, altersbedingte Veränderung ist derart dramatisch, dass jeder Bescheid weiß: Jener, der die Frau in der Lebensmitte trifft.
Die wichtigsten Informationen innerhalb des weiblichen und des männlichen Körpers werden durch chemische Moleküle übertragen. Die Bezeichnung dieser Botenstoffe: Hormone. Mehr als 150 wurden bisher identifiziert. Diese unermessliche Nachrichtenflut steuert uns durch das Leben. Der Blutdruck, jede sexuelle Regung, die Knochengesundheit, die Schlafqualität, unsere seelische Verfassung und der Blutzuckerspiegel – alles ist das Ergebnis einer Hormondosierung im Blut, in der Lymphe oder im Gewebe.
Auch beim Mann eine Symptomflut
Die Auswirkungen der Andropause gehen weit über das Sexualleben des Mannes hinaus. Sie sind dort jedoch mit Libidoverlust, Potenzabnahme und geringerem Ejakulationsdruck sehr präsent. Weitere Symptome dieses Alters-Dilemmas sind:
Nervosität, Depression, Konzentrationsschwäche, Schlafprobleme,Gelenks- und Knochenschmerzen, Schweißausbrüche, Blutarmut, Haarausfall, Rückenprobleme, trockene Haut und Ermüdbarkeit.
In diesem Orchester haben vier Botenstoffe – einzeln oder als Gruppe – eine besonders dirigierende Bedeutung: die Sexualhormone, das Wachstumshormon, ein Basishormon der Nebennierenrinde namens DHEA und das Melatonin.
Äußere Zeitimpulse – etwa der Einbruch der Dunkelheit für das Schlafhormon – und das System unserer inneren Uhren unterwerfen ihre Effekte einem intelligenten 24-Stunden-Rhythmus. Eine besondere Rolle spielt das Alter! Es ist der gemeinsame Risikofaktor der großen Volkskrankheiten unserer Zeit: Arteriosklerose, Krebs, Osteoporose und Alzheimer. Die Evolution hat den Menschen so geprägt, dass er nach ein bis zwei Jahrzehnten Fruchtbarkeit seinen Wesenssinn erfüllt hat. Entsprechend wird ab dem 30. Lebensjahr die Produktion der Hormone kontinuierlich zurückgefahren. Mit unseren bedeutendsten Hormonen schwindet jedoch auf breiter Front die Vitalität.
Speziell mit ihrem täglichen Auf und Ab befasst sich die neue Wissenschaft der Chronobiologie. Intelligente Nahrungsergänzungsprodukte versorgen Zielorgane rechtzeitig und zur optimalen Tageszeit mit hilfreichen Wirkstoffen.
Am dramatischsten greifen die Geschlechtshormone in unser Schicksal ein. Den Auftakt bildet die Pubertät, bei Mädchen zwischen dem 10. und 18., bei Jungen zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr.
Das Orchester der Botenstoffe
In erster Linie prägen Östrogene das Verhalten der Frau und Testosteron jenes des Mannes. Die Hirnanhangdrüse sendet an bestimmte Organe den Befehl, verstärkt Sexualbotenstoffe herzustellen und ins Blut auszuschütten. Ihre überragende Bedeutung endet erst mit dem Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit. Diesen Wendepunkt realisiert der weibliche Körper in kurzemZeitraum. Die Veränderungen des Mannes erstrecken sich in der Regel über mehrere Jahre. Aber es gelten die gleichen Prinzipien.
Die Wechseljahre sind ein natürlicher Vorgang. Dennoch stellen sie für die Gesundheit eine Belastung dar.
Die „Hormone der Weiblichkeit“, Östrogene und Progesteron, sind die Arbeitsbienen des Fortpflanzungssystems. Da Östrogen von beinahe jeder Zelle (auch im männlichen Körper) benötigt wird, ist es in drei Formen enthalten: als Östradiol, Östrogen und Östriol. Körperlich und seelisch steuert alles denkbar Mögliche direkt oder indirekt auf eine Empfängnis hin. Glatte Haut, kräftiges Haar, sinnlicher Duft, lockere Art, ermutigender Blick – vermutlich ist weibliche Verführungskunst auf diese Hormone zurückzuführen.
Wie der Körper die Menopause erlebt
Die klassische Definition umfasst vor allem Hitzewallungen, Schwindel und Schweißausbrüche.
Das Körperskelett erlebt ebenfalls einen grundlegenden Wandel. Hautschichten werden als Folge von Mangel an Nährstoffen und Feuchtigkeit dünner und weniger elastisch.
Der Arzt wird vermutlich auch Fragen zu Gedächtnisproblemen, Reizbarkeit und Stimmungswandel stellen. Erschwerte Formen: Depression, Zukunftsangst. Selbst Müdigkeit und Antriebsschwäche können auch seelische Ursachen haben.
Unterm Strich präsentiert sich der Körper nicht nur optisch in Bestform. Der Kreislauf ist belastbar. Die Gefäße sind elastisch. Das Immunsystem wird optimiert. Muskeln und Knochen ergänzen sich im perfekten Wechsel von Abbau, Umbau und Erneuerung. Nach Eintritt einer Schwangerschaft wird die Atmung effektiver. Das Bindegewebe verfestigt sich. Die Hautalterung bremst sich ab. Knochen, Muskeln und sogar Nerven rüsten auf. Der Blutdruck normalisiert sich – vor allem infolge verstärkter Wasserausscheidung. Die Gewebe der Gebärmutter und der Brust werden durch Progesteron besonders vor Wucherungen und Krankheitskeimen geschützt. Auch die Psyche ist in Topform. Das Fehlen von Unruhe verbessert die Schlafqualität.
Bei der Frau in ihrer heutigen Lebensmitte stürzt die körpereigene Produktion dieser Botenstoffe signifikant ab. Die abrupte Entgleisung verstärkt fast alle Alterungsprozesse.
Besonders betroffen: Haut, Gefäße, Knochen, Muskeln, Gehirn. Dabei ist es nicht der einzige Mangel, der verkraftet werden muss.
Auch die weiteren, anabol (griechisch für „aufwärts“) genannten Botenstoffe schwinden im Blut und im Gewebe: das Wachstumshormon und das DHEA.
Bei Wachstumshormon denken manche nur an Knochen, Fettgewebe oder Muskeln. HGH (für Human Growth Hormone) ist aber ebenfalls für den Gehirnstoffwechsel eminent wichtig.
Das Rätsel der Hitzewallung
Erst vor kurzem wurde das Zusammenwirken von Hormonmangel und verminderter Radikalabwehr entdeckt. Dieser oxidative Stress im Organismus scheint ein gefährlicher Alterungsbeschleuniger zu sein. Vermutlich sind Hitzewallungen und andere Symptome die äußeren Anzeichen verstärkter aggressiver Oxidation im Gewebe.
DHEA (Dehydroepiandrosteron) gilt als unsere „Jugendsubstanz“ schlechthin: Aus dieser Vorstufe werden 18 unterschiedliche Hormone gebildet, darunter auch die so genannten weiblichen (Östrogene) und männlichen (Androgene). Der Organismus reduziert DHEA bis zum 75. Lebensjahr auf nur noch ein Zehntel. Die Auswirkungen betreffen die Herzgesundheit, die Fetteinspeicherung, die Stresskontrolle und die Zuckerverwertung.
Das Durchschnittsalter beim Eintritt der Menopause liegt in der westlichen Welt bei 51 Jahren. Die normale Spanne erstreckt sich meist vom 44. bis zum 52. Lebensjahr.
Nach mehreren, unregelmäßigen Jahren stellen die Eierstöcke erst die Produktion des Progesteron und später von Östrogen ein: Eizellen reifen nicht mehr. Die Frau wird unfruchtbar.
Menopause (aus den griechischen Wörtern für Monat und Halt) ist der endgültige Zusammenbruch des weiblichen Reproduktionssystems lange vor dem Lebensende. Drei Wendepunkte lösen einander ab:
Die Prämenopause ist die Phase davor. Es folgt die Perimenopause (nach dem griechischen Begriff für „herum“) – ein Stadium unregelmäßiger Blutungen bis zum Eintritt der Menopause. Nach der letzten Periode beginnt die Postmenopause – ein Zeitpunkt, der naturgemäß erst später rückwirkend festgelegt werden kann.
Auch über die Wechseljahre hinaus verbringt die Frau von heute in der Regel fast ihr halbes Leben mit Auswirkungen der niedrigen Östrogenspiegel: die Trockenheit der Haut und die Rückbildung einiger Strukturen.
Gewebe im Genitalbereich schrumpfen und verlieren an Elastizität und Feuchtigkeit. Juckreiz, Hautblutung, Störung der Harnausscheidung (durch Instabilität der Gefäßnerven), sowie eine Neigung zu Entzündung und Infektion sind nicht selten. Weitere Veränderungen gehen auf den generellen Hormonabfall im Blut und im Gewebe zurück.
In dieser Lebensphase häufen sich gynäkologische Krebsleiden (Gebärmutter, Brust, Eierstock) und Demenzfälle. Dramatische Gefäßschäden verursachen bei Frauen nach der Menopause beinahe jeden zweiten Todesfall. Mit den meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dem Schlaganfall und weiteren Durchblutungsstörungen steht der Rückgang an Östrogenen in sehr engem Zusammenhang.
Andropause / Menopause
Diese informative
Broschüre über die Hormonveränderungen ab der Lebensmitte erhalten Sie gratis im Wartezimmer Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes
Oder bei VitaBasix®:
Telefon 00800 1570 1570 (gebührenfrei).
Internet: www.vitabasix.com
Die männlichen Sexualhormone verabschieden sich langsamer. Doch einer Hormon-Desynchronisierung entgeht auch das starke Geschlecht nicht. Die mit dem griechischen Wortteil für Mann, „andro“, gebildete Bezeichnung Andropause (also „Männerhalt“) wird nicht von allen anerkannt. International wird der Begriff PADAM (gebildet aus den englischen Wörtern für „Partielles Androgen-Defizit des älteren Mannes“) bevorzugt.
Das Testosteron bildet die Speerspitze dieser Entwicklung. Mit dem Melatonin, dem Wachstumshormon und mit DHEA fehlen dem Mann die wichtigsten Regulatoren des Stoffwechsels in der gewohnten Stärke.
Diese Phase zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr überrascht viele mit einer Fülle hormoneller, körperlicher, seelischer, psychologischer, sozialer, sexueller und spiritueller Aspekte. Das Testosteron sinkt im Männerkörper stärker als die geringer dosierten Östrogene. So kommt es zu der als Verweiblichung beschriebenen Figurveränderung. Muskelabbau und Veränderungen im Fettstoffwechsel begünstigen die Entstehung eines dicken Bauches und eine Vergrößerung der Brust. Depression mit hormoneller Ursache (auch hier das fehlende HGH) gilt als ein oft nicht erkanntes Problem des alternden Mannes.
Aus alldem resultiert die Empfehlung frühzeitiger Hormongaben zur Gesunderhaltung und zur Vermeidung gewisser Altersfolgen.
Eine viel versprechende Abwandlung der klassischen Hormonersatztherapie ist die Substitution. Dabei gleicht das einem Körper jeweils zugeführte Hormon allein einen durch den individuellen Hormonstatus belegten Mangel wieder aus. Entscheidend ist die Gesamtwirkung. Es ist unzureichend, nur ein, zwei Botenstoffe anzuheben. Heute ist die Bestimmung winziger Hormonmengen im Blut, Speichel, Urin und aus anderen Quellen möglich.
Positiv auf die generellen Hormondefizite im weiblichen und männlichen Körper wirken sich erstaunlicherweise Substanzen einer Reihe von Heilpflanzen in Kombination mit anderen Nährstoffen und Aufbaubestandteilen aus. Diese Phytostoffe entwickelngewünschte hormonähnliche Wirkungen. Einige verstärken sogar den Schutz vor hormonabhängigen Erkrankungen.


