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Bohne – «Fleisch der Armen» – nicht nur für Vegetarier

Bohne – «Fleisch der Armen» – nicht nur für Vegetarier
© Leonid Nyshko - Fotolia.com

Bohne gegen chronische Erkrankungen

Die Redewendung «nicht die Bohne» spiegelt exakt die weit verbreitete Geringschätzung wider. Je höher das Haushaltseinkommen, desto geringer der Konsum dieser Hülsenfrucht. Machen Sie nicht den gleichen Fehler! Sie besitzt eine spannende Vergangenheit und hat eine glänzende Zukunft vor sich. Denn die Bohne und alle ihre Artverwandten – Zuckerschoten, Erbsen, Linsen – haben es in sich! Ob getrocknet oder frisch, immer gilt: Ihre Inhaltsstoffe sind wie maßgeschneidert für die chronischen Probleme unserer Zeit: erhöhter Blutzuckerspiegel, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Herzerkrankungen, gefährlich hohe Blutfettwerte.

Langjährige Geschichte

Bereits vor 7.000 Jahren wurde die Bohne von den Ureinwohnern Mexikos und Perus kultiviert. Nomaden brachten sie in alle Regionen der Welt. Dieses Arme-Leute-Image haftet ihr bei uns immer noch an. Asiaten sind schlauer. Durch ihren harntreibenden und blutreinigenden Mineralienreichtum hat sich die Bohne in Fernost als geschätztes Heilmittel positioniert. Höchste Zeit für Sie, diese Wundernahrung ebenfalls zu Ihrem Küchenstar zu machen!

«Fleisch der Armen»

Unter Bohne versteht man sowohl den Samen, als auch die Hülse. Beide sind essbar. Alle etwa einhundert bekannten Sorten enthalten in besonders großer Menge die wasserlöslichen Vitamine, vor allem C und K, sowie die äußerst wertvolle Folsäure.

Eine abschätzige Bezeichnung aus vergangenen Zeiten deutet auf den biologischen Wert der Hülsenfrüchte für unsere heutigen Essensgewohnheiten. Sie gelten als das «Fleisch der Armen», wegen ihres wertvollen pflanzlichen Eiweißes. Nun, etwas weniger Schwein, Pute, Lamm & Co. wäre für viele angesagt! Es wäre ein Abwehrprogramm gegen gewisse Herzerkrankungen, gegen Diabetes und einige Krebsleiden. Die Bohne und ihre Familie passen exakt in diese Lücke.

Dazu ein überzeugender Vergleich aus amerikanischen Ernährungsrichtlinien der Atkins-Diät-Zeit: Ein winziges Stück mageres Lendensteak besitzt ebenso viel Eiweiß wie eine Tasse Bohnen – jedoch die sechsfache Menge an tierischem Fett. Ein geringerer Gesamtcholesteringehalt unseres Essens, erzielt durch eine Reduzierung des Fleischkonsums, wird mit vielen Benefits für die Gefäßgesundheit in Verbindung gebracht.

Bohne besitzt wertvolle Inhaltsstoffe

Der Anti-Aging-Medizin verdanken wir das Verständnis für biologische Vorgänge auf zellularem Niveau. Die Kraftwerke der Zelle, die so genannten Mitochondrien, benötigen essenziell gewisse Substanzen – und viele sind in der Bohne enthalten: Aminosäuren, Polyphenole und andere Antioxidantien. Noch kompletter als die meisten südamerikanischen und afrikanischen Hülsenfrüchte ist die Sojabohne. Bei uns werden Bohnen, Erbsen und Linsen in der Regel im Laufe eines Tage ohnedies mit anderen Eiweißen kombiniert (Vollkorn, Milchprodukte, Nüsse und vor allem Fleisch) – sodass sich einzelne Mängel ausgleichen und am Ende eine wirklich runde Sache ergeben.

Die hochwertigen pflanzlichen Eiweiße der Hülsenfrüchte sind neben den Vitaminen und Mineralstoffen, neben Kalium und Eisen auch überreich mit Ballaststoffen ausgestattet. Das gilt zwar für die Mehrzahl pflanzlicher Eiweiße – während Fleisch gar keine enthält, aber Hülsenfrüchte nehmen es in dieser Beziehung locker auch mit dem Faserstoff-Star Haferflocke auf. Ballaststoffe spielen eine immer wichtiger werdende Rolle in der Vermeidung der Volkskrankheit Diabetes.Der Konsum der Bohne anstelle von stark glykämisch-beladenen Kohlenhydraten, die den Blutzuckerspiegel rapide hochschnellen lassen, versorgt mit Energie ohne einen dramatischen Insulinanstieg.

Studien belegen: je mehr Ballaststoffe, desto normalere Spiegel von Blutzucker und des Bauchspeicheldrüsenhormons. Bohnen enthalten überdies Lignane. Diese fasrigen Substanzen der Polyphenol-Gruppe besitzen die für Phytoöstrogene typischen Eigenschaften und reduzieren mit mild hormonellen Wirkungen Risikofaktoren der Gefäßgesundheit. Davon profitiert der männliche Organismus ähnlich dem weiblichen.

Bohnen gelten als Volksnahrungsmittel

Einen erst jüngst stärker beachteten Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen stellen erhöhte Homocysteinspiegel dar. Homocystein ist ein Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels, das in hohen Konzentrationen gefäß- und nervenschädigend wirkt. Abgebaut werden hohe Homocysteinspiegel durch Folsäure. Diesbezüglich besteht aber bei uns eine weitgehende Mangelversorgung. Hier sorgt die Bohne für eine preiswerte Supplementierung. In den Tropen, den Subtropen, in Asien, Afrika, Mittelamerika, in Ägypten und Vorderindien haben spezielle Bohnensorten den Status von Volksnahrungsmitteln – lassen wir sie nicht zur Futterpflanze verkommen!

Koch-Tipp 1: Dosenbohnen vor dem Kochen mit kaltem Wasser abspülen. Das entfernt übertrieben hoch dosiertes Salz.
Koch-Tipp 2:  Den größten Teil ihrer langen Garzeit können getrocknete Bohnen unbeaufsichtigt bei geringer Temperatur köcheln. Enthält die Bohnenpackung eine Art Mehl, handelt es sich um ein bereits sehr altes Produkt! Lagern Sie Bohnen also nicht monatelang auf Vorrat.

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