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Östrogen und Gestagen

© Robert Kneschke - Fotolia.com

Östrogene, die bekanntesten Hormone im weiblichen Körper, bilden eine ganze Familie von verwandten Botenstoffen. Ebenso wie die zweitwichtigste Klasse, die Gestagene, sind es Steroidhormone. Bei der Frau nimmt die Produktion verschiedener Sexualhormone im mittleren Erwachsenenalter dramatisch ab. Während in jüngeren Jahren je nach Zyklusphase 25 bis 100 Mikrogramm normal sind, entstehen später im weiblichen Organismus nur noch 5 bis10 Mikrogramm pro Tag. Ein Vergleich mit der Östrogenproduktion im Körper des Mannes zwischen 2 und 25 Mikrogramm macht das Ausmaß der Dramatik sichtbar.

Dieser Hormonmangel ist wesentlicher Auslöser der so genannten Wechseljahrbeschwerden. Er verstärkt nach neuester wissenschaftlicher Einschätzung zusätzlich unterschiedliche Alterungsprozesse. Hier ist vor allem die Osteoporose, die gefährliche Störung des Stoffwechsels der Knochenerneuerung, zu bedenken.

Während nach einer Gewöhnungsphase die negativen Begleiterscheinungen der Menopause abklingen, starten weitgehend unbemerkt dauerhafte Folgen des Hormonverlustes. Zum Beispiel wird die Abwehr der Sauerstoff-Radikalen gebremst. Es kommt zur Oxidation von Fettsäuren in der Zellmembran (vergleichbar mit „Ranzigwerden“) – ein gefürchteter Alterungsfaktor. Neueste Forschungsergebnisse lassen befürchten, dass auf das aufbauende System der Fortpflanzung in der ersten Lebenshälfte durch Quasi-Umkehr ein ungewöhnlich abrupter Abbau folgt – ein besonders starker Schrittmacher des Alterns.

Langzeitfolgen betreffen das Aussehen und den Körperbau, verschlechtern die Gehirnleistung durch verstärkte Ablagerungen und lassen durch geringere Flexibilität der Gefäße deren Erkrankungen ansteigen. 

Nicht alle postmenopausalen Frauen sind im medizinischen Sinne gleich. Aber regelmäßige und individuell dosierte Hormonergänzung besserte in vielen Studien sowohl die Wechseljahrbeschwerden, als auch messbar den Oxidationsstress für den Organismus generell. Bei der Hormonersatztherapie nach heutigem Wissensstand wird Östrogen in minimaler Dosis über die Haut, in Form von Gel, zugeführt – also nicht mehr oral über Darm und Leber. Gestagen wird bevorzugt als natürliches Progesteron in Kapseln verwendet