Was wäre, wenn ein injizierbares Protein eines Tages sowohl bei der Behandlung von „Leaky Gut“ als auch bei schweren Depressionen helfen könnte? Neue Forschungsergebnisse der University of Victoria (UVic), die in der Fachzeitschrift Chronic Stress veröffentlicht wurden, legen nahe, dass diese Idee gar nicht so abwegig ist. Wissenschaftler fanden heraus, dass ein Glykoprotein namens Reelin eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung der Darmgesundheit spielen und gleichzeitig die mit Depressionen verbundenen Symptome lindern könnte.
Wie chronischer Stress die Darmbarriere schwächt
In einem gesunden Körper kontrolliert das Magen-Darm-System, zu dem Magen, Dickdarm und Darm gehören und das gemeinhin als „Darm“ bezeichnet wird, sorgfältig, welche Nährstoffe in den Blutkreislauf gelangen.
Chronischer Stress kann zusammen mit stressbedingten Erkrankungen wie einer Major Depression (MDD) dieses Gleichgewicht stören. Dabei handelt es sich um eine schwere psychische Erkrankung, bei der sich Niedergeschlagenheit und Interessenverlust über mindestens zwei Wochen fast durchgehend zeigen – und das so stark, dass Alltag, Arbeit oder Beziehungen deutlich beeinträchtigt sind. Mit der Zeit kann die Darmbarriere durchlässiger werden, ein Zustand, der oft als „Leaky Gut“ (durchlässiger Darm) bezeichnet wird.
In diesem Fall können schädliche Bakterien und Toxine aus dem Darm entweichen und in den Blutkreislauf gelangen. Das Immunsystem kann mit einer Entzündung reagieren, was die depressiven Symptome verschlimmern kann. Aufgrund dieses Zusammenhangs könnten Behandlungen, die die Darmbarriere stärken, dazu beitragen, das Risiko oder den Schweregrad einer MDD zu verringern.
Reelin und die Verbindung zwischen Darm und Gehirn
Laut Hector Caruncho, Professor für Medizinwissenschaften an der UVic und korrespondierender Autor der Studie, könnten Therapien auf Basis von Reelin einen neuen Ansatz für die Gesundheit von Darm und Gehirn bieten. Reelin ist ein Protein, das im gesamten Körper vorkommt, darunter im Gehirn, im Blut, in der Leber und im Darm. Besonders gut erforscht ist seine Rolle im Gehirn. Dort ist Reelin entscheidend für die Entwicklung des Nervensystems, da es während der Gehirnentwicklung die richtige Wanderung und Anordnung der Nervenzellen steuert. Auch im erwachsenen Gehirn bleibt Reelin wichtig, unter anderem für die Kommunikation zwischen Nervenzellen, die synaptische Plastizität sowie Lern- und Gedächtnisprozesse. Veränderungen im Reelin-System werden mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Autismus und Depressionen in Verbindung gebracht.
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